Nordvietnam
Reiseverlauf
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Anektoden
Steckbrief CK
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25.11.2001
26.11.2001
14.11.2001

14.11.2001: 8.00 Uhr: Wir verlassen Hanoi; das Wetter ist trübe. Nach den doch recht anstrengenden Tagen in den Bergen freue ich mich nun auf den Erholungspart auf der Insel CAT BA. Eigentlich steht ein weiterer Höhepunkt unserer Reise an. Die Fahrt mit einem Boot durch die bei schönem Wetter märchenhaft wirkende Halong-Bucht. Ca. 300 Kalksteinfelsen verleihen dieser Bucht bei schönem Wetter ein faszinierendes Naturschauspiel. Doch leider kommt es anders als erwünscht. Wir sind hier in gut 2 ½ Stunden bereit zum Ablegen in Hai Phong. Allerdings bei strömendem Regen. Zahlreiche Ausflugsboote liegen hier...durch die kleinen Fischerboote wirkt die Atmosphäre demnach unheimlich schön. Ich genieße trotz des Regenwetters den Ausblick. Faszinierend, was die Natur so zu bieten hat. Der Halt an einer Höhle wirkt jedoch sehr touristisch. Hier kann man zwar bequem laufen, da die Wege asphaltiert wurden. Doch mir wird in diesem Moment bewusst, dass der Tourismus auch viele Schönheiten zunichte macht. Nachdem wir die Fahrt mit dem Boot fortsetzen, komme ich mit einem 70jährigen Herrn namens William Bayer aus Kanada ins Gespräch. Er ist mit einer Frau aus Indien verheiratet und kommt gebürtig aus Moers. 1951 ist er nach Kanada ausgewandert. Es war faszinierend, sich mit diesem Mann zu unterhalten. Er steckte voller Lebensfreude und Energie. Mir gefiel seine freundliche Art. Er ist unheimlich offen und lebensfroh. Wie kommt man nur auf die Idee, auszuwandern und auf einem anderen Kontinent ein „neues Leben zu beginnen“ ? Ich war neugierig und fragte ihn. Seine Lebensgeschichte beeindruckte mich. Er suchte das Abenteuer und eröffnete in Kanada 1951 einige Apotheken. Die ganze Sache sei wesentlich einfacher als in Deutschland...Behördengänge und Genehmigungsverfahren scheinen in Kanada weit unkomplizierter und größtenteils gar nicht erforderlich zu sein. Wir sprachen über unsere Lebenseinstellungen, die Terroranschläge und die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir in Vietnam gemacht haben. Er ist ein absoluter Globetrotter und fährt 2 Mal im Jahr nach Indien, wo er mittlerweile gut 72 Kinder großzieht und ihre Ausbildung unterstützt.  In dem Gespräch erwähnt er, dass ihm die Welt sehr viel geschenkt hat ...dieser Mann hat Recht; das wichtigste ist Gesundheit und Freude im Leben ... man kann noch so viel Geld besitzen; doch manche Gefühle, Eindrücke und Erlebnisse sind unbezahlbar und lassen sich einfach nicht erkaufen. Auch er ist fasziniert von dem Naturschauspiel, welches wir aus dem Boot betrachten können und sagt: „ ... die Halong-Bucht im Regen .... traumhaft ...für den anderen Anblick kann ich mir auch Postkarten kaufen...dann sehe ich, wie die Halong-Bucht bei Sonnenschein aussieht“.... Natur ist halt einfach nicht planbar. Diese Lebensfreude des Ehepaars hat mich beeindruckt. Schließlich hat mich Bill nach Kanada eingeladen. Wer weiß, wohin mich die nächsten Jahre noch treiben. Diese Reise hat in mir einen Wissensdrang ausgelöst. Ich möchte die Welt sehen und werde vermutlich die nächsten Jahre ähnliche Reisen wie diese machen. Wer weiß....vielleicht lande ich irgendwann bei dem 70jährigen Herrn in Kanada.

Gegen 18 Uhr erreichen wir den Hafen in der Dunkelheit. Dort werden wir von einem veralteten Bus abgeholt; mit Mühe trage ich meine Klamotten in den Bus; doch ich sitze nicht so verkrampft dort wie manch anderer. Mit offener Türe fahren wir durch die Dunkelheit. Adventuretour mit besonderem Flair. Das Hotel wirkt gemütlich. Zum Abendessen gibt es frische Gambas und leckeren Fisch....2 Tiger Beer ... und es dauert nicht lange, als ich kurz nach dem Essen in tiefe Träume versinke.